Das Antriebswerk auf einem Stich von Christoph Lederwasch (1704)
Das Antriebswerk im heutigen Zustand

Salzburger Glockenspiel

 

Geschichte

Unter dem Helm des Turmes an der Westseite der Neuen Residenz befindet sich das bekannte Salzburger Glockenspiel. Täglich um 7, um 11 und um 18 Uhr erfreut es Einheimische wie Touristen durch seine meist bekannten Melodien. Fürsterzbischof Johann Ernst Graf Thun (1687-1709) hatte die 35 Glocken 1695 beim Glockengießer Melchior de Haze in Antwerpen gekauft. Ihre Tonreihe umfasst drei Oktaven mit allen Halbtönen.

Der Salzburger Büchsenmacher Franz Sulzer und der Glockengießer Benedikt Eisenberger stellten 1702 den Antriebsmechanismus und die Messingwalze her, in die der Hofuhrmacher Jeremias Sauter als Hauptverantwortlicher für das Werk dann die zum Betrieb notwendigen 7.964 Löcher bohrte.

Seit 1704 spielt nun das Glockenspiel, derzeit etwa 40 Musikstücke, von denen 16 Stücke Johann Michael Haydn zugeschrieben werden. Die Musikstücke von Vater und Sohn Mozart sind Bearbeitungen aus dem 19. Jahrhundert.

1873 wurde vom Uhrmacher Johann Baptist Fischer ein Uhrwerk eingebaut, das mit Hilfe einer speziellen Vorrichtung das Spielwerk auslösen konnte. Das wertvolle Uhrwerk ist zwar heute noch vorhanden, die tägliche Auslösung um 7, 11 und 18 Uhr erfolgt nun allerdings durch eine elektrische Uhr. Auch für den Antrieb der großen Messingwalze wurde schon vor Jahrzehnten ein Elektromotor eingebaut.

 

Restaurierung

Seit 15. Dezember 2008 ist das Salzburger Glockenspiel verstummt, weil es - in alle Einzelteile zerlegt - nach Wien in die Werkstätte der Metallrestauratorin Mag. Elisabeth Krebs transportiert wurde. Es wird es einer umfassenden Restaurierung unterzogen, die rund eineinhalb Jahr dauern und vom Bundesdenkmalamt überwacht wird. Die Kosten für die Restaurierung tragen die Republik Österreich (Burghauptmannschaft), Land und Stadt Salzburg zu je einem Drittel.

 

Keine Führungen bis Herbst 2010

Die Wiederinbetriebnahme des umfassend restaurierten Glockenspiels ist für Herbst 2010 vorgesehen. Dann werden es auch wieder Führungen auf den Glockenspielturm durchgeführt.