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Keltische Schnabelkanne

Frühlatènezeit, 2. Hälfte 5. Jhdt. v. Chr.
Fundort: Hallein, Dürrnberg
Bronze
Salzburg Museum, Inv.-Nr. 6629

 

1932 führte das damalige Salzburger Museum Carolino Augusteum auf dem Dürrnberg bei Hallein Ausgrabungen durch. Grabungsleiter Olivier Klose fand in einem schon alt beraubten Grab diese Kanne, die dann von seiner Mitarbeiterin Nora Watteck geborgen wurde. Diese Kanne stellt ein singuläres Fundstück aus keltischer Zeit dar, auch wenn in der Zwischenzeit ähnliche andere Exemplare ergraben wurden.

Sie stellt die Umsetzung etruskischer Schnabelkannen in keltische Formensprache dar. Der Kannenkörper ist aus einem einzigen Stück Bronzeblech getrieben, der Schnabel mit dem Rand und der Henkel mit Attache sind gesondert gegossen. Das Motto der Kanne Fressen und gefressen werden veranschaulichen fabelwesenartige Raubtiere, aus deren Mäulern die Schwänze der verschlungenen Beute ragen, und ein katzenartiges Raubtier am Henkelansatz, das ein menschliches Haupt im Maul hält. Eine in Dekor und Technik eng verwandte, jedoch aus einer anderen Werkstatt stammende keltische Schnabelkanne vom Glauberg in Hessen weist auf die weitreichenden Handels- und Kulturkontakte in der keltischen Welt hin.