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Bergbaugeräte und Gussform

Tüllenpickel und Schäftung
Bronzezeit, 2. Jt. v. Chr.
Fundort: Mühlbach am Hochkönig, Mitterberg
Bronze
Salzburg Museum, Inv.-Nr. 1557 bzw. Grabungs-Nr. 157

Der in der Bergmannssprache als Eisen bezeichnete Pickel (in Pyramidenform mit rechteckigem Querschnitt) diente in der Grube zum Herausschrämen des Erzes. Die Bronze der gegossenen bronzezeitlichen Pickel wurde zu diesem Zweck bis auf ein Drittel der Länge durch Kaltschmieden gehärtet.

Der fast vollständig erhaltene Pickelstiel wird als so genannte Knieholzschäftung bezeichnet. Im rechten Winkel vom eigentlichen Stiel zweigt ein Ast ab, der für die Befestigung eines Tüllenpickels verwendet wurde. Durch die Zähigkeit der Holzfasern in diesem Bereich wird eine große Belastbarkeit des Werkzeugstiels erreicht.

 

Hammerkopf (Schlägel)
Bronzezeit, 2. Jt. v. Chr.
Fundort: Mühlbach am Hochkönig, Mitterberg
Bronze
Salzburg Museum, Inv.-Nr. 1600

Der in der Bergmannssprache als Schlägel bezeichnete Hammer besitzt ein vierkantiges Stielloch, das zum Montieren einer Holzschäftung diente. Der als Fundstück bislang einzigartige Hammerkopf ist 4317 Gramm schwer und wurde, wie die deutlich erkennbare Gussnaht zeigt, in einer zweiteiligen Form gegossen. Derartige Hämmer wurden zum Zerkleinern von Gestein und Erz im Bergbau benutzt. Die geringe Stauchung der Schlagflächen lässt erkennen, dass der Schlägel nur kurze Zeit in Gebrauch war.

 

Gussform
Jüngere Kupferzeit, 3. Jt. v. Chr.
Fundort: Salzburg, Rainberg
Ton
Salzburg Museum, Inv.-Nr. 267

Der Ton dieser vollständig erhaltenen Hälfte einer Gussform ist mit Quarzsand gemagert, um größere Hitzebeständigkeit zu erzielen. Die Form gehört zu einem schweren, lang gestreckten Axttyp mit kurzer Schaftröhre. Trotz dieses Fundstücks sind bisher keine Äxte desselben Typs im Land Salzburg gefunden worden.