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Susanne Rolinek vor einem Gemälde von Helene von Taussig

Provenienzforschung im Salzburg Museum

Die Frage nach der Herkunft - Ein zweijähriges Projekt

 
Die Nationalsozialisten entzogen Juden und anderen „unerwünschten“ Personengruppen im Deutschen Reich zwischen 1933 und 1945 systematisch Eigentum und Vermögen. Später verschenkte oder verkaufte man es an Museen, Galerien oder Private.

Auch das damalige Salzburger Museum Carolino Augusteum erhielt zahlreiche Kunstwerke und Objekte, die entweder arisiert oder anderen Personen und Institutionen entzogen worden waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese den rechtmäßigen Eigentümern wieder zurückgegeben, soweit sie nach den schweren Bombenschäden und den Auslagerungen eines großen Teildes der Sammlungen in zahlreiche auswärtige Depots noch auffindbar waren.
Aktive Provenienzforschung wurde in der Folge aber nie betrieben. Dies soll nun vom Mai 2011 bis April 2013 bis im Rahmen eines Forschungsprojektes gemacht werden, wozu der Aufsichtsrat des Museums einen Dienstposten genehmigt hat.

Für das Forschungsprojekt wurde die anerkannte Expertin Frau Dr. Susanne Rolinek engagiert. Rolinek war in den vergangenen Jahren mit der Provenienzforschung im Museum der Moderne befasst. "Ziel des Projektes ist es, eine Dokumentation über bereits erfolgte Restitutionsfälle zu erstellen, die Bestände nach weiteren bedenklichen Werken zu durchforsten und diese zu identifizieren", beschreibt Rolinek ihren Aufgabenbereich. Im Salzburg Museum wurden bereits wesentliche Recherche-Schritte gemacht. Museumsdirektor Erich Marx betont die Wichtigkeit dieser Aufarbeitung: "Es müssen alle noch offenen Fragen nach besten Möglichkeiten geklärt und für unrechtmäßig erworbene Objekte die rechtmäßigen Erben gefunden werden.

Die Politiker von Stadt und Land Salzburg haben sich für klare Regeln entschieden: Für Restitutionen wird in Salzburg das 1998 beschlossene Bundesgesetz über die Rückgabe von Kunstgegenständen aus den Österreichischen Bundesmuseen und Sammlungen’ (2009 novelliert) angewendet.

Aktuelle Restitutionsfälle

Nach diesem Gesetz wurde nun das Restitutrionsverfahren nach der Salzburger Malerin Helene von Taussig, die 1942 umgebracht wurde und von der sich 19 Gemälde aus dem Nachlass im Salzburg Museum befanden, abgeschlossen. Am 4. Jänner 2012 übergab das Museum alle 19 Gemälde an eine Bevollmächtigte der Erben. Ein Erbe hat dem Museum seine 11 Bilder zum Verkauf angeboten. Diese wurden nunmehr vom Salzburg Museum rechtmäßig erworben. Vier weitere Gemälde hat eine Erbin dem Museum als befristete Leihgabe überlassen.

Ein weiterer Restitutionsfall ist bekannt: Die Plastik mit dem Titel „Flucht aus Ägypten“ stammt aus „arisiertem“ Wiener Besitz. Sie war Ende der 1940er Jahre nicht auffindbar und ist mittlerweile wieder gefunden worden. Hier müssen die heutigen Erben allerdings erst eruiert werden. Ein paar weitere Fälle dürften ebenso zweifelhaft sein. Diese sollen bis 2013 aufgearbeitet werden.

 

Kontakt:

Dr. Susanne Rolinek
Salzburg Museum
Postfach 10
5010 Salzburg

Tel.: +43 (0)662 620808-180 oder 150

susanne.rolinek@salzburgmuseum.at