an/sammlung
an/denken

Ein Haus und seine Dinge
im Dialog mit zeitgenössischer Kunst

Sonderausstellung im Haupthaus   
            
vom 24. Juni bis 25. September 2005

 Begleitprogramm


 
Begleitbuch zur Ausstellung:
Hardcover EUR 27,-
Softcover EUR 19,80

Kurt Kaindl: Exterieur 

Ein Ausstellungsprojekt von Cornelia Meran, dem Österreichischen Museum für Volkskunde und dem Salzburger Museum Carolino Augusteum im Rahmen des Projektes "Alltagskultur seit 1945".

Die Ausstellung besteht aus zwei Elementen: Originalobjekten aus "dem Haus" und Arbeiten der geladenen KünstlerInnen Ricarda Denzer, Vibeke Jensen, Kurt Kaindl, Helmut und Johanna Kandl, Christian Mercier de Beaurouvre, Herman Seidl und Gerhard Treml.

"Das Haus" ist Grundlage und Ausgangspunkt für das Projekt: eine 1901 erbaute Villa, deren BewohnerInnen rund 120 Jahre scheinbar nichts weggeworfen haben. Das gesamte Haushaltsinventar, Gebrauchsgüter und Erinnerungsstücke dreier Generationen sind auf diese Weise fast lückenlos erhalten und zeugen von der Kultur des bürgerlichen Alltags von 1870-1980.

Das Besondere der Ansammlung ist nicht nur die große Anzahl der Objekte, ihre Vielseitigkeit (von Waschmitteln über Straßenbahnkarten, Bürsten oder Weihnachtsschmuck bis hin zu Reiseandenken, Nähkästchen und Lorgnons - alles in Serie über die Zeit) und Geschlossenheit, sondern auch ihre bisher ungestörte Anordnung. Gesten des Sammelns und Aufbewahrens werden sichtbar und können in der Ausstellung wie in einer archäologischen Fundstätte nachvollzogen werden.

Nicht nur Sammeln und Erinnern, auch die Erstellung von Ordnungssystemen sind Themen, an denen die Beziehung der Menschen zu den Dingen und der Dinge untereinander deutlich werden. "Was man noch brauchen kann" steht neben "was mich an X erinnert" und wirft die Frage auf, wie man es denn selber hält mit Aufbewahren und Wegwerfen, Einordnen und Archivieren. Die Arbeiten der KünstlerInnen, die in dem Haus und mit den Dingen entstanden sind, geben auf ihre Weise Antwort, spielen mit der Grenze von Dokumentation und Fiktion. Vergangenheit wird erfunden, Identität konstruiert, z.B. wenn man eines von Gerhard Tremls "Real Relics®" betrachtet. Es sind Versatzstücke käuflicher Vergangenheit, die jeweils mit einer realen (?) Geschichte verknüpft sind. Auch "Haus der Frauen", die Videoarbeit von Johanna und Helmut Kandl, beschäftigt sich auf subtil humorvolle Art mit der Frage der Konstruktion von Geschichte.

Dokumentarischen Charakter haben die Fotoserie des "Chronisten" Kurt Kaindl und die Fotografien des "Mess_engers" Herman Seidl, der, indem er verschiedene der Originalschachteln geöffnet hat, uns den Blick auf den jeweils dahinter verborgenen Mikrokosmos freigibt.

Zur Ausstellung "an/sammlung an/denken" erscheint ein gleichnamiges Buch im Otto Müller Verlag Salzburg (Hg. Cornelia Meran) mit Textbeiträgen von Hildegund Amanshauser, Susanne Breuss, Gabriella Dixon, Gottfried Fliedl, Michael Huey, Matthias Kayser, Sophie Ledebur, Cornelia Meran, Susanne Neuburger, Bernhard Tschofen. 

Cornelia Meran

 Begleitprogramm


Kurt Kaindl: Interieur

 
Kurt Kaindl: Steinesammlung


Kurt Kaindl: Noch zu gebrauen


Vibeke Jensen: Extraordinary