Josef Magnus
Altmeister der sprechenden Form

Sonderausstellung im SMCA-Haupthaus
10.8. bis 6. 10. 2002


Die Schau war eine Retrospektive des in Salzburg lebenden und in seinem 93. Lebensjahr immer noch aktiv tätigen Künstlers Josef Magnus, dessen Plastiken in Stadt und Land Salzburg, in und an öffentlichen Bauten, auf Plätzen und an Straßen ein Dokument für ein Künstlerleben im 20.Jahrhundert sind.

Der in Anif lebende Josef Magnus, geb. 1909, ist durch seine Kunstwerke im öffentlichen Raum nicht weniger bekannt als sein Zeitgenosse Max Rieder (dem 2001/2002 eine Ausstellung im SMCA gewidmet war) und er teilt mit diesem auch das Geburtsjahr. Zunächst war er bei Jakob Adlhart in Hallein in der Lehre und anschließend an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Berlin, wo er auch seine Frau, die Malerin und Schriftstellerin Rosita kennen lernte. Seine Ateliers in Berlin und Straßburg wurden durch Kriegseinwirkung vernichtet und in ihnen die Frühwerke, die nur durch Fotos dokumentiert sind.

Seit 1946 lebt und arbeitet Josef Magnus in Salzburg. Gezeigt Werke unterschiedlichster Dimensionen, Portraitbüsten, Objekte, die aus dem Alten, inzwischen abgerissenen Salzburger Kongresshaus stammen, „gerettet“ wurden und die Zeit der 50er Jahre und die Kunst am Bau repräsentieren. Präsentiert werden gegenständlichen und abstrakte Werke aus Bronze, Terrakotta, Aluminium und Holz, darunter eine Auswahl an, aus Holz geschnitzten und farbig gefassten Marionetten, die Magnus für das Salzburger Marionettentheater im Auftrag Prof. Aichers schuf und mit denen immer noch die Mozart-Opern gespielt werden.

Auf dem Rahmenprogramm zu dieser Ausstellung standen ein Atelierbesuch (24.9.2002), ein Künstlergespräch im Salzburger Museum (3.10.2002) eine Führung zu Werken in der Stadt Salzburg (23.8.2002) sowie ein Besuch bei den Magnus-Marionetten im Salzburger Marionettentheater (28.9.2002).


 

Kurzbiographie Josef Magnus 

1909
Geboren am 26. Mai in Heidenoldendorf/Lippe bei Detmold als Sohn des Salzburger Bildhauers Rudolf Magnus, Jugendjahre in Hallein, Studium bei Jakob Adlhart in Hallein.

1938-1944
Studium an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Berlin bei Prof. Nemetz. Einjähriges Romstipendium Meisteratelier an der Hochschule in Berlin, durch Bombentreffer zerstört, ein Großteil der Werke vernichtet. Meisteratelier in Straßburg, durch Bombentreffer zerstört, ein Großteil der Werke wiederum vernichtet. Übersiedelung ins Gasteinertal nach Salzburg. Heirat mit Rosita. Geburt der Tochter Vasitti. Gibt Kurse in der „Hobby Lobby“ der amerikanischen Besatzungstruppen in Salzburg.

1946
Übersiedelung nach Salzburg, Atelier in Anif bei Salzburg. Zahlreiche Aufträge für Werke im öffentlichen Raum in Stadt und Land Salzburg. Aufträge für zahlreiche Marionetten im Auftrag von Prof. Aicher vom Salzburger Marionettentheaters (erster Auftrag: Ausstattung der Mozart-Oper „Die Gärtnerin aus Liebe“).

1951
Erster größerer Auftrag: Kriegerdenkmal für Mattighofen im Pinzgau (Wettbewerb). In den Folgejahren vielfacher künstlerischer Leiter der Faschingsumzüge in Salzburg.

ab 1951
Preisträger zahlreicher öffentlicher Wettbewerbe. Ankäufe des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst, Ankäufe durch Stadt und Land Salzburg, Ankauf durch die Stadt Mainz.

1969
Verleihung des Professoren-Titels durch den Bundespräsidenten.

Zahlreiche Auszeichnungen durch Stadt und Land Salzburg, Salzburger Kunstverein