Hanns Otte  
Peripherie

Fotoausstellung im Haupthaus
22. Oktober 2004 bis 23. Jänner 2005


Katalog zur Sonderausstellung, 
88 Seiten mit zahlr. Farbabb.,
€ 15,-

Linz/Kleinmünchen 2003

 

Das Salzburger Museum Carolino Augusteum zeigt bis 23. Jänner 2005 im Haupthaus am Museumsplatz die Fotoausstellung "Hanns Otte - Peripherie". Nach den "Unbekannten Europäern" von Kurt Kaindl ist dies die zweite Präsentation in der Reihe der Fotoausstellungen des SMCA, die Salzburger Fotografen mit ihren Arbeiten vorstellt.

Hanns Otte, 1955 in Salzburg geboren, zählt heute zu den international bekannten Fotografen. Einer seiner fotografischen Schwerpunkte liegt auf der Dokumentation der städtischen Peripherie. Seit 1979 beschäftigt er sich mit dieser Arbeit, zunächst in Schwarzweiß, seit 2001 in Farbe. So ist auch die Ausstellung im SMCA mit 22 Schwarzweißfotografien aus dem Fotoarchiv des SMCA (1979 bis 1984) und 39 neuen Farbfotografien (2002 bis 2004) der Peripherie der Städte Salzburg und Linz gewidmet. Die Fotografien in Linz entstanden von April 2003 bis Juli 2004 auf Einladung der Oberösterreichischen Landesgalerie. Mehr als die Hälfte dieser Arbeiten stellt Otte zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor.

Milena Greif schreibt über Ottes Fotografien: "Die Orte liegen immer abseits dessen, was ein schaulustiges Publikum aufsuchen würde. Das triste Aufeinanderstoßen von Hinterhöfen, die öden Ansichten eines Hafens, die schroffen Felsen des Hochgebirges bei bedecktem Himmel - wahrlich keine Motive für die Postkartenproduktion. Den Salzburger Fotografen Hanns Otte treibt es dennoch in diese Räume und Landschaften, um sie entlang ihrer Nahtstellen zwischen menschgemachter Intervention und Rückeroberung durch die Natur abzuschreiten. Hanns Otte sucht keine Orte auf, die schon tausendfach abgelichtet wurden - seien es die Vorstädte Salzburgs, die ihn seit 1979 beschäftigten, die Serie "Zwischenräume" seit 1984, die Hinterhöfe in verschiedensten Städten zeigt, oder "Muttergestein", eine Serie für die er seit 1993 in unwegsamem Berggelände unterwegs ist. Seine Aufmerksamkeit gilt der Peripherie. Diese kann sowohl in Vororten als auch im Zentrum hinter Fassaden geortet werden. Im Gebirge, an Stellen wo menschliche Eingriffe die Natur ver- oder entstellt haben, oder im Industrie-Hafen tritt ein ähnliches räumliches Phänomen zutage ... [Es handelt sich] Jedoch um eine romantische Dokumentation auf den Spuren der Natur in der industriellen Umwelt; das gilt ebenso für den unbeherrschbaren Gletscher, der noch immer für einen pittoresken Schauder taugt, wie für die kleine Wildnis, die sich im Hafen neben einem Bunker Fläche erobert hat. So folgt der Künstler gleichermaßen einer Sicht, die einerseits Gewesenem nachspürt und andererseits eine Zukunftsperspektive eröffnet, da Details darauf hindeuten, das sich an diesen Orten etwas entwickeln könnte. Es sind Keimzellen für Möglichkeiten in nicht gänzlich definierten Räumen." (Milena Greif: Der Gletscher, der Hafen und die Peripherie - über die Fotografien von Hanns Otte. In: Eikon, Nr. 43/44, 2003).

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 60 neuen Fabfotografien von Otte, sowie ein limitiert aufgelegtes färbiges Foto-Editionsblatt mit einem Motiv aus Salzburg. Am 16. und 17. November, jeweils 09.30 Uhr finden Museumsgespräche zu diesem Thema statt. Donnerstag 20. Jänner 2005, 18.30 Uhr wird ein Künstlergespräch mit Hanns Otte und Dr. Ulrich Pohlmann, Stadtmuseum München, im Haupthaus veranstaltet.

 

Dr. Erhard Koppensteiner

 

 

 


Salzburg/Leopoldfskron, 2003 

 
Salzburg/Gnigl, 2003

 
Linz/Lustenau, 2003
 
 
Salzburg/Maxglan, 2003

 
Salzburg/Riedenburg, 2002

 
Linz/Donau, 2003

 
Linz/Auwiesen, 2003