Georg Rendl (1903-1972)
Biografie


 Ausstellung Georg Rendl

 Lebensdaten Georg Rendl

 Werke von Georg Rendl


 

Georg Rendl  (1903-1972)
 

Georg Rendl wurde am 1. Februar 1903 als Sohn eines Bahnbeamten in Zell am See geboren. Seine Eltern stammten aus Tirol. Als echte Sturm- und Drang-Natur verließ er frühzeitig die Salzburger Realschule, um sich ganz dem dichterischen Schaffen zu widmen. Daneben arbeitete er bis 1924 in Bürmoos bei Lamprechtshausen auf der Bienenfarm seines Vaters, der ein ambitionierter Imker war. Stefan Zweig und Richard Billinger erkannten seine Begabung und setzten sich für ihn ein. Ehe er als Schriftsteller Fuß fassen konnte, schlug er sich in verschiedenen Berufen durch, als Glasbläser, Ziegelei- und Bergwerksarbeiter, als Streckenarbeiter bei der Bahn und als Wanderlehrer der Bienenzucht.

Der „Bienenroman“ war es auch, der 1931 seinen Ruf begründete, es folgten „Vor den Fenstern“, der Roman eines Arbeitslosen (1932), „Darum lob ich den Sommer“ (1932) „Der Berufene“ (1934), die Geschichte einer religiösen Bekehrung, sowie „Satan auf Erden“ (1934). Aufgrund des Erfolgs dieser Bücher, die auch in verschiedene Sprachen übersetzt wurden, konnte Rendl zahlreiche Lesereisen unternehmen. Auch seine Kurzgeschichten fanden große Verbreitung. Als Dramatiker hatte er 1937 am Wiener Volkstheater mit „Elisabeth von Österreich“ einen Achtungserfolg.

Seit 1938 lebte Rendl mit seiner Frau Bertha in einem alleinstehenden Haus in der Au bei St. Georgen, einem ehemaligen Brechelbad, das er zu einem originellen Heim gestaltete, das aber aufgrund seiner Lage auch oft von Hochwasser heimgesucht wurde. Die Kriegsjahre verbrachte er beim Militär in St. Johann in Tirol und Kitzbühel.

Mit seinem literarischen Neuanfang hatte er kein rechtes Glück, von seinen Nachkriegsromanen hatte nur „Haus in Gottes Hand“ (1951) einen größeren Erfolg. Im selben Jahr vollendete er auch seine Romantrilogie „Die Glasbläser von Bürmoos“. Hingegen schuf er sich Rendl Mysterienspielen, Laientheater und Hörfunkproduktionen ein neues Betätigungsfeld. Sein Stück „Bleiben Sie bei uns, Vianney“ (1954) erlebte am Salzburger Landestheater zahlreiche Aufführungen. Auch „Paracelsus“ und „Savanarola“ widmete er Theaterstücke, die 1948 bzw. 1957 in Salzburg uraufgeführt wurden.

Seit 1963 konzentrierte Rendl seine Schaffenskraft fast ausschließlich auf die Malerei, der er bereits von Jugend an von Zeit zu Zeit nachgegangen war. Eine große Ausstellung seiner Bilder Anfang 1966 brachte ihm viel Zustimmung ein, kurz darauf ereilte ihn ein schwerer Schlaganfall. Als Dank für seine Genesung errichtete er eine Kapelle, die er dem Hl. Franziskus widmete und mit Malereien schmückte. Rendl fand wieder zu seiner vollen Produktivität zurück Er hegte auch noch anspruchsvolle literarische Pläne, als er am 10. 1. 1972 in seinem St. Georgener Refugium starb.

Die über 200 hinterlassenen Ölbilder sind trotz ihrer unleugbaren künstlerischen Eigenständigkeit und Originalität bisher weitgehend unbeachtet geblieben.

Dr. Nikolaus Schaffer 


Selbstbildnis, 1971, Öl/Leinwand,
70 x 60, SMCA


Mein Brunnen, 1948, Öl/Leinwand,
46 x 55, Privatbesitz Salzburg


Glashütte Bürmoos, ca. 1932, Öl/Leinwand, 49 x 60,
Privatbesitz Salzburg