V(F)ernWeh -Bus 
VW-Busse und Spielzeug von 1950 bis 1980
 

Sonderausstellung im Spielzeugmuseum
7. April bis 29. Oktober 2006



Schachteldesign von Yonezawa VW Polizeiwagen, Japan, 60er Jahre
© Andreas Holzinger  

Wohl kaum ein Auto hat so sehr mit Fernweh zu tun wie der VW-Bus. Das Nötigste einpacken und in ferne Länder abreisen, das war der Traum ganzer Generationen, lange bevor es Großraumlimousinen und Billigflüge gab.

Das Salzburger Spielzeugmuseum zeigt vom 7. April bis 29. Oktober 2006 eine Sonderausstellung mit mehr als 100 ausgesuchten Spielzeug-Raritäten rund um das Thema VW-Bus aus der Privatsammlung von Andreas Holzinger. Neben zahlreichen kleinen und großen VW-Bussen ist auch der kleinere Bruder - der legendäre VW-Käfer - in zahlreichen Ausführungen zu sehen.

Die ca. 700 Spielzeuge umfassende Sammlung Andreas Holzingers entstand, als er sich Anfang der 1990er Jahre einen alten VW-Bus kaufte. Der Wunsch, einen Miniatur-VW als Spielzeug zu besitzen, trieb ihn auf die Flohmärkte, wo er fündig wurde. Der Grundstein der Sammlung war gelegt. Die Sammelbegeisterung für dieses Gebiet ist wohl deshalb entstanden, weil bald klar war, wie viele unterschiedliche Versionen es gab. Dazu kamen noch kindliche Erinnerungen an einen gelben VW- Pritschenwagen, der längst verloren gegangen ist.

Der VW Bus (vom Werk schlicht Typ 2 genannt) wurde nach einer Skizze des Holländers Ben Pon aus dem Jahre 1947 konstruiert. 1949 wurden erste Testfahrten durchgeführt und 1950 ging er in Serie. In der ersten Generation wurde der VW-Bus bis 1967 in optisch fast unveränderter Form mit der geteilten Frontscheibe gebaut. Es gab zahlreiche unterschiedliche Aufbauten wie Kasten-, Kombi-, Luxus-, Pritschenwagen oder Doppelkabine. Längst nicht alle waren zum Verreisen gedacht - in der Wiederaufbauzeit war etwas anderes vorrangig. Das damals von der Konzeption her völlig neue Auto hat wegen seines durchschlagenden Erfolges schnell auch in der Spielzeugwelt seinen festen Platz eingenommen. Neben den deutschen Herstellern Märklin, Göso, Tippco, Kellermann produzierten vor allem japanische Firmen Ashai, Bandai, Daiya, Endoh, E.O., Gakken toy, Ichico, Masudaya (Trade Mark Modern Toys), Quality, Taiyo, T.T., S.K., Yonezawa VW-Bus Blech-Spielzeuge. Besonders die japanischen Produkte sind aufwendig lithographiert oder mit technischen Raffinessen ausgestattet. Ende der 1960er Jahre war die Blechspielzeug-Ära vorbei und es wurden vor allem Kunststoffspielzeuge produziert. Oft tragen diese Spielzeuge nur ein "Made in HONG KONG" als Ursprungsbezeichnung und der eigentliche Hersteller kann nicht mehr ermittelt werden. Ab 1968 wurde beim großen VW-Bus eine neue Version mit durchgängiger Frontscheibe eingeführt, die bis 1978 im Programm blieb. Mittlerweile rollt der VW-Bus in der 5. Generation vom Band.

Die Ausstellung im Salzburger Spielzeugmuseum ist einerseits nach Themen gegliedert, so werden Versionen für Feuerwehr, Rettung, Polizei, Post, Tankstelle, Camping, Coca Cola, Circus, Flughafen ausgestellt, aber auch die bekanntesten Firmen, die VW-Busse im Programm hatten, werden vorgestellt.

Typisches Spielzeug der Jahre von 1950 bis 1980 ergänzt die Ausstellung. Zu den Höhepunkten zählen der Mecki ebenso wie die Barbie-Puppe mit ihren Accessoires, die beliebten Tamagochi und Monchichi sowie und ein Puppenhaus, das im Stil der Fifties eingerichtet ist.  

 

 
Lesney, Matchbox series No. 34, regular wheels,
Druckguss, Großbritannien, 1950er Jahre,
5,5 cm, © Andreas Holzinger 

 
Bandai, large, Friktionsantrieb,
lithografiertes Blech, Japan, 1950er Jahre,
24 cm, © Andreas Holzinger

 
Yonezawa, Eis Verkaufswagen,
seitliche Klappe zu öffnen, lithografiertes
Blech, Japan, 1960er Jahre, 22.5 cm,
© Andreas Holzinger




 
Yonezawa, Camping Bus für
deutschsprachigen Markt mit Schachtel,
Batterieantrieb mit Ton, lithografiertes Blech,
Japan, 1960er Jahre, 22.5 cm,
© Andreas Holzinger

 
Tipp&Co, Kastenwagen Shell,
Seitentüren zu öffnen, lithografiertes Blech,
Deutschland, 1950er Jahre, 22.5 cm,
© Andreas Holzinger