Eskimopaar,
Deutschland, 20. Jh.

Winterszeit
Spielzeug für drinnen und draußen

Sonderausstellung im Spielzeugmuseum

18. November 2005 bis 26. Februar 2006


Puppenpaar, Fa. Steiff, Giengen/Brenz, Anfang 20. Jh.


Rodelspiel, Berlin, 19. Jh.

Es schneit!
Seht doch, wie die Flocken wirbeln.
Wie sie durcheinander zwirbeln!
Seht, wie sie in einem Nu
Alles, alles decken zu. ...
Bis das ganze weite Land
Plötzlich steht im Schneegewand.

(Nach einem Gedicht von C. Lechler in "O schöne, herrliche Weihnachtszeit!", Nürnberg o. J. [um 1920])

Welches "Wintermärchen" lässt nicht solche Bilder vor unseren Augen entstehen: Schneemann, Rodelbahn, knirschender Schnee und knisternde Kaminfeuer.

Das Wort "Winter" stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet "feucht", oder besser gesagt "feuchte Jahreszeit". Und wie der Name schon sagt, assoziiert man diese Jahreszeit schnell mit dunklen Nächten, Autochaos, "Vorsicht: Rutschgefahr!", Heizperiode und kalten Füßen.

Vor allem in der Zeit des Spätherbstes, wenn dieser in den Winter übergeht, treiben Regen und Kälte so manchen vom "Ausgange bald wieder nach Hause", wie es Marie Leske in ihrem "Spielbuch für Mädchen" von 1895 beschreibt. Welches Entzücken lösen da dann die ersten weißen Schneeflocken aus, die Jung und Alt ungeduldig darauf warten lassen, allerlei Sportgerät, wie Ski, Schlitten oder Eislaufschuhe, hervorzukramen und sich in die erste Schneeballschlacht zu stürzen. Bald haben Schneemänner und -frauen Hochsaison, und der Übermut aus Kindertagen lässt manchen auf spielerische Art gegen Eis und Schnee trotzen

Die erfreulichen Seiten des Winters sind Thema der Ausstellung "Winterszeit - Spielzeug für Drinnen und Draußen". Aus der Spielzeugsammlung des SMCA werden u. a. Gesellschaftsspiele, die das Motiv des Winters widerspiegeln, und Bücher, die mit Wintergeschichten zum Lesen vor dem Kamin einladen, gezeigt. Puppen zeigen Modisches von Einst und Jetzt für die kalte Jahreszeit. Zu ihnen gesellen sich Tiere, vorwiegend aus der weltberühmten Produktion der Margarete Steiff, die sich vor dem Winter verstecken, aber auch solche, die Schnee und Eis trotzen und sich am Nord- oder Südpol heimisch fühlen.

Lockt der Winter ins Freie, so laden allerlei Sport- und Freizeitgeräte zum Vergnügen in der weißen Pracht. Kostbarkeiten, wie ein in Schwanenform gefertigter Kinderschlitten, oder Kurioses, wie eine in Fell gehüllte Automatenpuppe, erwarten die Besucher, die in der Ausstellung zu einer rasanten Rodelwettfahrt und einer virtuellen Schneeballschlacht herzlich eingeladen sind. 


Knecht Ruprecht-Puppe,
Deutschland, 19. Jh.

 


Kinderschlitten, Ende 19. Jh.