Der Weg in den Krieg und Propaganda

Zinnsoldaten der k.u.k. Armee um 1900, UNBEKANNT, Um 1900, Zinn, Privatbesitz, Salzburg
Zinnsoldaten der k.u.k. Armee um 1900, UNBEKANNT, Um 1900, Zinn, Privatbesitz, SalzburgKlicken um Bild zu vergrößern
Reserve-Soldaten bei der Abfahrt vom Bahnhof Hallein. Zug mit der Aufschrift " Heil Ă–sterreich, Sieg unsern Waffen", UNBEKANNT, 1914
Reserve-Soldaten bei der Abfahrt vom Bahnhof Hallein. Zug mit der Aufschrift " Heil Österreich, Sieg unsern Waffen", UNBEKANNT, 1914Klicken um Bild zu vergrößern
J. Förderer (Würzburg), Propagandapostkarte: "Europäischer Dreschplatz", 1914 - 1918, Druck nach Grafik, Salzburg Privatbesitz
J. Förderer (Würzburg), Propagandapostkarte: "Europäischer Dreschplatz", 1914 - 1918, Druck nach Grafik, Salzburg PrivatbesitzKlicken um Bild zu vergrößern
Propaganda-Fächer, Buch- und Kunstdruckerei Hermes Wien XVII, 1914-1918, Holz, Karton, Papier, bedruckt, Salzburg Museum, , Inv.-Nr. 169-65
Propaganda-Fächer, Buch- und Kunstdruckerei Hermes Wien XVII, 1914-1918, Holz, Karton, Papier, bedruckt, Salzburg Museum, , Inv.-Nr. 169-65Klicken um Bild zu vergrößern

  

„Heil“ und „Sieg“
Mobilisierung von Millionen
Am 25. Juli 1914 – drei Tage vor der Kriegserklärung – ordnete Kaiser Franz Joseph I. die Teilmobilmachung Österreich-Ungarns an, am 31. Juli 1914 die Generalmobilmachung. Einberufene mussten sich in die zuständigen Kasernen begeben. Auch tausende Freiwillige, die davon ausgingen, Serbien und Russland rasch zu besiegen und spätestens zu Weihnachten wieder zu Hause zu sein, meldeten sich begeistert. Als die ersten Todesmeldungen eintrafen und militärische Offensiven scheiterten, überwogen Bestürzung und Trauer. Bis Kriegsende zog die k.u.k.-Armee schließlich mehr als acht Millionen Soldaten ein.
  
Transportchaos
Das durch den Aufmarsch und die fehlenden Waggons bedingte Transportchaos bei der Bahn führte dazu, dass Lebensmittel für die Zivilbevölkerung kaum mehr befördert werden konnten, was katastrophale Auswirkungen haben sollte.
     
Serbien muss sterbien … und Jeder Schuß ein Ruß'
Kriegspropaganda
Die Kriegspropaganda bediente sich ab 1914 zum ersten Mal neben der Presse gezielt moderner Massenmedien wie Plakate, Postkarten, Fotos und Film. In Ă–sterreich-Ungarn ĂĽbernahm das k.u.k.-Kriegspressequartier – am 28. Juli 1914 als Teil des Armeeoberkommandos gegrĂĽndet – die Kontrolle aller Veröffentlichungen und die systematische Propaganda fĂĽr Kriegszwecke. Darunter fielen auch die Schaffung und Verstärkung von Feindbildern sowie die Verherrlichung von Gewalt. 
  
Patriotismus versus Pazifismus
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kriegspressequartiers in den Bereichen Literatur, Presse, Kunst, Fotografie, Film und Musik mussten diese Aufgaben mit ihren persönlichen Ansichten in Einklang bringen. Für das Kriegspressequartier tätig waren unter anderem die Schriftsteller Stefan Zweig und Franz Karl Ginzkey, die Maler Ferdinand Andri, Felix Albrecht Harta, Oskar Laske und Arthur Stadler sowie die Journalistin Alice Schalek als eine der wenigen Frauen. Der Kriegsverlauf ließ manche – wie Zweig oder Stadler – zu überzeugten Pazifisten werden.
      
„Mörder“ und „Bestien“
Propaganda der Großmächte
Frankreich, GroĂźbritannien und die USA bedienten sich ebenfalls moderner Methoden der Propaganda. Frankreich wies auf die Kriegsverbrechen der deutschen Truppen in Belgien und die Kriegserklärung Kaiser Franz Josephs hin, um gegen das deutsche Kaiserreich und Ă–sterreich-Ungarn propagandistisch mobil zu machen. 
  
Werbung um Freiwillige
Großbritannien hatte zu Kriegsbeginn keine allgemeine Wehrpflicht und musste daher um Freiwillige werben. Das War Propaganda Bureau thematisierte in diesem Zusammenhang die Verbrechen der Mittelmächte, die Bombenangriffe deutscher Flieger und Zeppeline auf britische Städte sowie die Hinrichtung der britischen Krankenschwester Edith Cavell als angebliche Spionin in Deutschland. Die USA konnten nach ihrem Kriegseintritt im April 1917 zudem auf die Filmindustrie in Hollywood und die Unterstützung durch prominente Schauspieler wie Charlie Chaplin setzen.
  
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