BM Dr. Claudia Schmied bei ihrer Ansprache
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Rede von Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied

 

anlässlich der Verleihung des Österreichischen Museumspreises am 19. September 2008 in Salzburg
(Es gilt das gesprochene Wort!)

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es freut mich, heute den Ă–sterreichischen Museumspreis, sowie eine besondere Anerkennung, an vier ganz unterschiedliche Museen zu vergeben.

Den Preisträgern ist wesentliches gemeinsam:

• sie präsentieren ihre Sammlungen in zeitgemäßer Weise und erlauben den Besucherinnen und Besuchern eine kritische Auseinandersetzung
• sie vermitteln dem Publikum ihre Inhalte mit innovativen Programmen
• sie schauen über den eigenen Tellerrand hinaus und stellen nicht einfach nur ihre Sammlungen dar, sondern auch deren gesellschaftspolitische Bezüge
Sie erfüllen damit ganz wesentliche Forderungen der heutigen Zeit an das „Museum“, das immer stärker auch eine Bildungseinrichtung ist.

Zu einer erfolgreichen Museumsarbeit gehören heute eine konsequente Öffnung zur Bevölkerung, attraktive Präsentationsformen und Vermittlungsangebote aber genauso auch wirtschaftliches Denken und eine zeitgemäße Organisation.

Und: Museen sollten darüber hinaus auch Orte sein, in denen wir hin und wieder auch um mit Dieter Bogner zu sprechen „einfach nur bummeln“ möchten.

Seit letztem Herbst haben wir eine umfassende Diskussion über die Zukunft der Bundesmuseen geführt – in die wir auch VertreterInnen der Landesmuseen und Interessensvertreter regionaler Museen eingebunden haben. Anfang Juni habe ich die ersten Schwerpunktsetzungen der museumspolitischen Initiative zusammengefasst. Zwei davon scheinen mir über den Wirkungsbereich der Bundesmuseen hinaus für alle Museen von Bedeutung zu sein.

• Die Teilhabe der Bevölkerung als zentrales kulturpolitisches Ziel
• Die Funktion der Museen als Bildungsinstitutionen

Die Teilhabe der Bevölkerung an den musealen Angeboten sollte uns allen ein Anliegen sein, denn die Museen haben sich international zu einem meinungsbildenden, gesellschaftspolitischen Faktor entwickelt. Ihr Einfluss geht weit über den Kulturbetrieb hinaus. Er betrifft auch soziale, wirtschaftliche und politische Handlungsfelder. Museen, sind einflussreiche Informations- und Kulturvermittler in einer pluralistischen Gesellschaft.

Museumspolitik – egal, ob auf Bundesebenen oder regional – muss daher vor allem dafür Sorge tragen, dass die Voraussetzungen gegeben sind, nachhaltige Beziehungen zu möglichst allen Teilen der Bevölkerung auf- und auszubauen und möglichst viele Menschen zu „Teilhabern“ ihrer Inhalte und ihres Wissens zu machen.

Mein zweites wesentliches Anliegen ist die Stärkung der Museen als Bildungsinstitutionen. Die Zusammenarbeit zwischen Museen und Schulen, die Einbindung der Museen in die Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern, vor allem aber ein erleichterter Zugang für Kinder und Jugendliche zu den Museen sind wesentliche Ziele. Dieses junge Publikum soll die besten Möglichkeiten erhalten, eine nachhaltige Beziehung zu den Museen und ihren Sammlungen aufzubauen. In den Bundesmuseen wollen wir den freien Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre einführen, zusammen mit einem „Begleitpaket“ spezieller Vermittlungsangebote. Am 9. September haben wir mit dem Museum Moderner Kunst (MUMOK) in Wien einen zwei Monate dauernden Probelauf „Freier Eintritt“ gestartet. Die enorme Nachfrage der Jugendlichen ist ermutigend.

Ein wesentlicher Erfolg der Museumsdiskussion der letzten Monate ist aber auch der vertrauensvolle Dialog der Museen untereinander sowie zwischen den Museen und dem Kulturministerium. Das gilt nicht nur für die Bundesmuseen, sondern auch für die Landes- und Regionalmuseen, denn wir haben im Frühjahr erstmal eine Konferenz mit den Direktoren der Landesmuseen und Vertretern des Museumsbundes im Kulturministerium durchgeführt. Der Erfahrungsaustausch wurde von beiden Seiten sehr positiv bewertet. Wir wollen diese Treffen in Zukunft auch fortsetzen. Ich bin überzeugt, dass diese verstärkte Kommunikation und Kooperation zwischen den Bundes-, Landes- und Regionalmuseen für die weitere Entwicklung der österreichischen Museumslandschaft wertvoll ist.

Ich danke den Preisträgern des Österreichischen Museumspreises für ihr Engagement, mit dem sie ihre Häuser in die Zukunft führen; ebenso für den ehrenamtlichen Einsatz, der vor allem für den Bestand regionaler Museen eminent wichtig ist.

Ich gratuliere den DirektorInnen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der „Siegermuseen“ und wünsche viel Erfolg für die Zukunft.

 

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