Gebirgswelten und Morgenland

 

Mit einem Rundgang durch das Panorama Museum reist man derzeit von der Wengern Alpe im Berner Oberland und die Gipfel von Eiger und Jungfrau ĂŒber den Großglockner mit dem Pasterzengletscher bis in das Morgenland, wie der Orient frĂŒher bezeichnet wurde. Auf seinen Kosmoramen hat hat Hubert Sattler lĂ€ngst vergangene Zeiten minutiös dokumentiert und fĂŒr die Nachwelt zum „Entdecken“ festgehalten.

Hubert Sattlers Kosmoramen entstanden in penibler Pinseltechnik im Atelier des KĂŒnstlers. Als Arbeitsbehelf diente ihm ein reicher Vorrat von meist sehr detaillierten Skizzen, die sich auf seinen Reisen angesammelt hatten, war er doch fast stĂ€ndig auf Motivsuche unterwegs. In spĂ€teren Jahren nahm ihm die Fotografie einen Teil dieser mĂŒhsamen Vorarbeit ab.

 

Jerusalem, vom Ölberg aus, 1869, Inv.-Nr. 9079/49
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Ansicht von Mekka in Arabien, 1897, Inv.-Nr. 9083/49
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Die Kolosse des Memnon in Ober-Ägypten, 1846, Inv.-Nr. 9075/49
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Morgenland

Die Orientbilder stellen einen besonders attraktiven Komplex des umfangreichen Bestandes an Kosmorama-Bildern des Salzburg Museum dar, und sie sind zum Großteil unmittelbar nach seiner einjĂ€hrigen Reise entstanden, die ihn 1842 von Konstantinopel nach Beirut, ĂŒber den Libanon und Damaskus ins Heilige Land fĂŒhrte.

Hubert Sattler lĂ€sst die heiligen StĂ€tten PalĂ€stinas ebenso wie die berĂŒhmten, damals noch halb verschĂŒtteten archĂ€ologischen Monumente AltĂ€gyptens und die prachtvollen Moscheen Konstantinopels und Kairos Revue passieren. Er scheute weder Zeit noch MĂŒhen, Land und Leute aufmerksam zu studieren. Erst unlĂ€ngst ist bekannt geworden, dass er seine Nilreise gemeinsam mit dem namhaften finnischen Orientalisten Georg August Wallin unternommen hat und dass beide in Theben die Bekanntschaft des berĂŒhmten deutschen Ägyptologen Karl Richard Lepsius gemacht haben, der damals eine Expedition durch das Niltal leitete. Auch Sattler sah die Welt mit den Augen des Forschers. Und so ist seinen Kosmoramen ein objektivistischer Zug eigen, der sie von herkömmlichen Galeriebildern deutlich unterscheidet. Schon die zeitgenössischen Betrachter faszinierte die daguerrotypiehafte PrĂ€zision der Wiedergabe. Gleichzeitig lĂ€sst er das Licht und die Farben alle VerfĂŒhrungskĂŒnste spielen. Hubert Sattler entwickelte als Maler eine besondere Methode, das Ferne zu vergegenwĂ€rtigen, nahe zu rĂŒcken, ohne ihm den Zauber des ErtrĂ€umten, Wunschbildhaften zu nehmen.

Obwohl Sattler eine exakte Wirklichkeitsschau anstrebt, zerstört er nicht den Wunderglauben. Das Heilige Land etwa schildert er so, dass sich der Betrachter als Zeitgenosse der Bibel fĂŒhlen kann. Etliche der Bilder, denen ihr „Wanderleben“ viele SchĂ€den zugefĂŒgt hatte, bedurften der restauratorischen Behandlung und wurden nach langer Zeit erstmals wieder prĂ€sentabel gemacht.

Zum „Morgenland“ erscheint wieder eine Publikation im Rahmen der „Salzburger Museumshefte“, in denen bisher schon die „Metropolen“ und die „Gebirgswelten“ vorgestellt wurden.

 

 

1Istanbul, vom Friedhof EyĂŒp aus, 1851, 106 x 159 cm, Inv.-Nr. 9000/49
2

Atmeidan, Hauptplatz in Istanbul, mit Blauer Moschee, 1843, 104, 132,5 cm, Inv.-Nr. 9077/49

3

Jerusalem, vom Ölberg aus, 1869, 104 x 132,5 cm, Inv.-Nr. 9079/49 

4Das Innere der Grabeskirche in Jerusalem, 1843, 104 x 132 cm, Inv.-Nr. 9060/49
5

Kloster Mar Saba zwischen Jerusalem und dem Toten Meer, 1849, 104 x 133,5 cm, Inv.-Nr. 9076/49

6Ansicht von Mekka in Arabien, 1897, 100 x 130,5 cm, Inv.-Nr. 9083/79
7Das Katharinenkloster am Sinai in Ägypten, 1851, 135 x 103,5 cm, Inv.-Nr. 9084/79
8Kairo, Salah El-Din-Platz, 1850, 104 x 133 cm, Inv.-Nr. 9002/49
9Die Pyramiden von Gizeh mit Sphinx in Ägypten, 1851, 104,5 x 133 cm, Inv.-Nr. 9070/49
10Die Kolosse des Memnon in Ägypten, 1846, 104,5 x 132,5 cm, Inv.-Nr. 9075-49
11Der erste Nil-Katarakt an der Grenze von Nubien und Ägypten, 1846, 101 x 129 cm, Inv.-Nr. 9076/49
12Der Felsentempel von Abu Simbel in Ägypten, 1846, 105 x 133 cm, Inv.-Nr. 9072/49
Aussicht von der Wengernalpe, Inv.-Nr. 9051/49
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Grand Canyon, Inv.-Nr. 9066/49
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Gebirgswelten

13Das todte Meer in PalÀstina, 1852, 104 x 132 cm. Inv.-Nr. 9088/49
14

Der große Canon [Grand Canyon] des Colorado, o.J., 100 x 130,5 cm. Inv.-Nr. 9066/49

15

Aussicht von der höchsten Spitze des Felsens von Gibraltar in Spanien, 1869, 98,5 x 123,5 cm. Inv.-Nr. 9045/49

16Aussicht vom Mon[t]serrat in Catalonien, 1868, 99 x 124 cm. Inv.-Nr. 9016/49
17

Der Felsen-Circus von Gavarnie [Cirque de Gavarnie] in den PyrenÀen, aufgenommen vom Berge la Holle, o. J., 98,5 x 124,5 cm

18Ansicht des Rjukan Foss, ein Wasserfall in SĂŒdnorwegen, o. J., 105 x 130 cm. Inv.-Nr. 9009/49
19Das Lauterbrunn[en]thal mit dem Staubbach in der Schweiz, 1868, 123,5 x 98,5 cm. Inv.-Nr. 9034/49
20Aussicht von der Wengernalpe im Berner Oberlande auf den Eiger, Mönch und die Jungfrau, o. J., 106 x 159 cm. Inv.-Nr. 9051/49
21Das 13.797 Fuß hohe Matterhorn oder Mont Cervin vom schwarzen See in einer Höhe von 8000 Fuß aus aufgenommen, 1867, 101,5 x 123,5 cm. Inv.-Nr. 6079/49
22Ansicht des Kesselfalls im Kapruner Tal, ca. 1895, 100 x 130,5 cm. Inv.-Nr. 7275/4
23Der 12018 Fuß [3.798 m] hohe Großglockner mit dem Pasterzengletscher, 1867, 99 x 125 cm. Inv.-Nr. 7080/49
24Die Kunststraße ĂŒber das Stilfserjoch mit dem Ortler, 1861, 100 x 128,5 cm. Inv.-Nr. 7012/49

  

Panorama Museum | Residenzplatz

tÀglich 9-17 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr

 

Ausstellungskurator: Dr. Nikolaus Schaffer

  

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