Die Zepter der 1810 aufgehobenen UniversitĂ€t Salzburg werden seit der WiedergrĂŒndung 1962 wieder verwendet.
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Der Stempel der letzten in der Salzburger MĂŒnzstĂ€tte geptĂ€gten Medaille.
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Salzburg unter bayerischer Herrschaft 1810 bis 1816

 

Grundlage fĂŒr die Inbesitznahme Salzburgs durch Bayern am 14. Oktober 1809 war der Artikel III des Friedens von Schönbrunn, durch den Österreich u. a. Salzburg, Berchtesgaden sowie das Inn- und Hausruckviertel an Napoleon abtreten musste. Der französische Kaiser Napoleon hatte aber schon lange geplant, diese Gebiete dem verbĂŒndeten Bayern zu ĂŒberlassen. Am 28. Februar 1810 wurde Salzburg im Pariser Vertrag dem bayerischen König Max I. Joseph zugesprochen. Am 12. September unterfertigte man in Frankfurt das Übergabeprotokoll, am 30. September 1810 erfolgte schließlich die Besitzergreifung Salzburgs durch die Abgesandten des bayerischen Königs Max I. Joseph mit Carl Graf von Preysing als HofkommissĂ€r an der Spitze.

Die Salzburger erwarteten sich von den Bayern nach der drĂŒckenden französischen Besatzung eine Linderung der Not. Die neue bayerische Herrschaft löste die jahrhundertealte territoriale Einheit des Erzstiftes und ReichsfĂŒrstentums Salzburg auf, integrierte Salzburg in den grĂ¶ĂŸeren Salzachkreis und begann auf Basis der bayerischen Verfassung von 1808 sofort mit zahlreichen Reformen.

 

VerÀnderungen in Salzburg

Die neue bayerische Herrschaft begann sofort nach Übernahme Salzburgs mit grundlegenden Reformen. Die UniversitĂ€t wurde zu einem Lyceum degradiert, das Steuer- und Justizwesen nach bayerischem Recht neu geordnet, die LandstĂ€nde, die unter französischer Besatzung 1810 zum letzten Mal zusammengetreten waren, abgeschafft, ebenso die Jahrhunderte alte Salzburger MĂŒnzstĂ€tte. Die bayerische Herrschaft löste den St. Ruperti-Ritterorden auf und zog dessen großes Vermögen ein.

Der neu gegrĂŒndete landwirtschaftliche Kreisverein hielt die Bauern zum Anbau von ZuckerrĂŒben und Tabak an, sowie zur Trockenlegung der Moore im Pinzgau, um neue AnbauflĂ€chen zu gewinnen. Die Schulpflicht wurde strenger kontrolliert, die Schulinspektionen erweitert.

Salzburgs erster Verein "Museum", gegrĂŒndet 1811, war gesellschaftlicher und kultureller Mittelpunkt des bĂŒrgerlichen Lebens in der Stadt und sollte die VerstĂ€ndigung der bayerischen Beamten mit den einheimischen Salzburgern verbessern.

Die Zensur wurde im Vergleich zur Zeit des Erzbischofs Colloredo verschĂ€rft, war aber immer noch milder als das österreichische System unter FĂŒrst Metternich. Alle Salzburger Zeitungen mussten vor ihrem Erscheinen der bayerischen Hofkommission vorgelegt werden, auch die Theaterdirektion war verpflichtet, sich alle AuffĂŒhrungen genehmigen zu lassen.

Die ursprĂŒngliche Sympathie der Stadtsalzburger gegenĂŒber Bayern bröckelte langsam ab. Die Teuerung der Lebensmittel 1812 sowie die Rekrutierungen fĂŒr den Krieg gegen Russland förderten die Unzufriedenheit mit der neuen Regierung zusĂ€tzlich.

 

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       >>> Kronprinz Ludwig von Bayern

       >>> KreiskommissĂ€r Carl Graf Preysing

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