Stadtterritorium des römischen Verwaltungsbezirks Iuvavum
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Ankunft des Hl. Rupert in Salzburg von Sebastian Stief (um 1860), Salzburg Museum, Inv.Nr. 4067/49
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Der Salzburger Dom des Erzbischofs Konrad III. Axonometrische Darstellung nach G. Friedl
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Salzbergbau auf dem DĂŒrrnberg (Lithographie von Joh. G. S. Rösel, 1825), Salzburg Museum, Inv.Nr. 1092/49
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Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (GemÀlde von Kaspar Memberger, 1589), Salzburg Museum, Inv.Nr. 21/25
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Französische Truppen im Kreuzgang von St. Peter, Salzburg Museum, Inv.Nr. 17/62
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Ludwig Schwanthalers Modell fĂŒr das Salzburger Mozart-Denkmal, Salzburg Museum, Inv.Nr. 5178/49
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Der Salzburger Hauptbahnhof (Aquarell von Franz Heinrich), um 1870, Salzburg Museum, Inv.Nr. 18/54
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Schloss Anif bei Salzburg (GemÀlde von Hubert Sattler, 2. HÀlfte 19. Jh.), Salzburg Museum, Inv.Nr. 362/32
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Spatenstich durch Adolf Hitler fĂŒr die Reichsautobahn MĂŒnchen-Salzburg-Wien auf dem Walserberg am 7. April 1938 (Archiv der Stadt Salzburg, Fotoarchiv Franz Krieger)
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2000 Jahre gemeinsame Geschichte von Bayern und Salzburg

 

Die Beziehungen Salzburgs zu Bayern gehen mehr als 2000 Jahre in die römische Zeit zurĂŒck, als der Verwaltungsbezirk Iuvavum vom Attersee bis zum Chiemsee reichte. Um 700 grĂŒndete der Hl. Rupert Salzburg als Missionszentrum fĂŒr den SĂŒdosten des Reichs im Auftrag des bayerischen Herzogs Theodo II. 739 wurde Salzburg zum Bistum und 798 zum Erzbistum erhoben. Die Salzburger Erzbischöfe erweiterten in der Folgezeit ihr Territorium, ĂŒbten im Land auch die weltliche Herrschaft aus und lösten sich bis Anfang des 14. Jahrhunderts sukzessive vom Mutterland Bayern. Die kurzfristige Wiedervereinigung erfolgte 1810, als Kaiser Napoleon das ehemalige geistliche FĂŒrstentum Salzburg an das Königreich Bayern als „Belohnung“ fĂŒr dessen BĂŒndnistreue im Krieg gegen Österreich ĂŒbergab.

 

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15 v. Chr. bis 488 n. Chr. Der Verwaltungsbereich der Stadt Iuvavum erstreckt sich in der römischen Provinz Noricum vom Attersee bis zum Chiemsee und vom Alpenhauptkamm bis zum Inn, er umfasst damit Teile des heutigen Bayern und Oberösterreich.

 

Um 700 Der Hl. Rupert grĂŒndet im Auftrag des bayerischen Herzogs Theodo auf den Ruinen Iuvavums Salzburg und errichtet die Klöster St. Peter und Nonnberg.

 

739 Bei der kirchlichen Einteilung des Stammesherzogtums Bayern durch Bonifatius wird Salzburg neben Passau, Regensburg und Freising einer der vier Bischofssitze.

 

774 Bischof Virgil weiht den ersten Salzburger Dom. Er organisiert im Auftrag des bayerischen Herzogs Tassilo die katholische Mission im SĂŒdostalpenraum.

 

798 Papst Leo III. erhebt Bischof Arn zum Erzbischof und Salzburg zur Metropole der bayerischen Kirchenprovinz.

 

811 Kaiser Karl der Große legt die Drau als Grenze zwischen dem ZustĂ€ndigkeitsbereich des Erzbischofs von Salzburg und des Patriarchen von Aquileia fest.

 

860 König Ludwig der Deutsche schenkt der Salzburger Kirche zahlreiche Besitzungen in KÀrnten, der Steiermark, Niederösterreich und Ungarn.

 

916 Der bayerische Herzog Arnulf (911–937) lĂ€sst in Salzburg MĂŒnzen nach Regensburger Vorbild prĂ€gen. Das ist die erste MĂŒnzprĂ€gung auf heutigem österreichischem Territorium.

 

996 Kaiser Otto III. verleiht dem aus Bayern stammenden Erzbischof Hartwig das Recht, in der Stadt Salzburg einen tĂ€glichen Markt abzuhalten, sowie das Maut- und MĂŒnzrecht.

 

1002 Der bayerische Herzog Heinrich wird zum deutschen König gewĂ€hlt und schenkt Erzbischof Hartwig als Dank fĂŒr dessen UnterstĂŒtzung umfangreichen Besitz im Lungau.

 

1122 Erzbischof Konrad I. von Abensberg beginnt mit der Reform der Klöster in Berchtesgaden, St. Zeno in Reichenhall, Höglwörth, Herrenchiemsee, Au und Gars am Inn.

 

1177 Erzbischof Konrad III. von Wittelsbach beginnt mit dem Bau des fĂŒnfschiffigen romanischen Doms. Er ist der erste Kardinal und pĂ€pstliche Legat auf dem erzbischöflichen Stuhl in Salzburg.

 

1180 Otto, der Bruder des Salzburger Erzbischofs Konrad III., wird als erster Wittelsbacher Herzog von Bayern.

 

1200 Erzbischof Eberhard II. legt mit der Wiederinbetriebnahme der Saline in Hallein die Grundlage fĂŒr die hohe Wirtschaftskraft Salzburgs.

 

1215 Erzbischof Eberhard II. errichtet das Bistum Chiemsee, dessen Bischof sich allerdings als Weihbischof in der Stadt Salzburg aufhalten muss.

 

1228 Herzog Ludwig von Bayern ĂŒberlĂ€sst Erzbischof Eberhard II. die Grafschaft im Pinzgau.

 

1297 Die Herzöge von Bayern verkaufen Gastein an Erzbischof Konrad IV.

 

1322 König Ludwig der Bayer schlĂ€gt im Streit um die deutsche Krone in der Schlacht bei MĂŒhldorf den Habsburger Friedrich den Schönen, der von Erzbischof Friedrich III. unterstĂŒtzt wird.

 

1328 Erzbischof Friedrich III. erlĂ€sst eine eigene, vom bayerischen Recht unabhĂ€ngige Landesordnung fĂŒr Salzburg.

 

1333 Kaiser Ludwig der Bayer ordnet an, dass das Salz aus Hallein nur mehr zu Wasser verfrachtet werden darf. Laufen erhĂ€lt damit fĂŒr den Salztransport große Bedeutung.

 

1342 Erzbischof Heinrich von Pirnbrunn (1338–1343), ein Bayer aus der Oberpfalz, erlĂ€sst die erste Ordnung fĂŒr den Edelmetallbergbau in Gastein. Salzburg wird erstmals als „Land“ bezeichnet.

 

1403 Die Salzburger LandstĂ€nde schließen sich im „Igelbund“ zusammen, um ihre Rechte gegenĂŒber dem Erzbischof durchzusetzen. Die Urkunde markiert den Abschluss der Emanzipation Salzburgs von Bayern.

 

1448 Conrad Laib kommt aus Schwaben nach Salzburg und schafft in der Folge bedeutende Altarbilder.

 

1519 MatthÀus Lang von Wellenburg, ein Augsburger Patriziersohn und Spitzendiplomat in Diensten des Kaisers Maximilian I., wird Erzbischof von Salzburg.

 

1525 Herzog Ludwig X. von Bayern eilt mit seinen Truppen dem von aufstÀndischen Bauern belagerten Erzbischof MatthÀus Lang zu Hilfe.

 

1529 Im Vertrag von MĂŒhldorf mit Erzbischof MatthĂ€us Lang sichern sich die Wittelsbacher fĂŒr die Saline in Reichenhall Holznutzungsrechte im Pinzgau.

 

1540 Herzog Ernst von Bayern wird zwar zum Erzbischof von Salzburg gewĂ€hlt, lĂ€sst sich aber nicht weihen, um allenfalls in Bayern die Regentschaft ĂŒbernehmen zu können.

 

1583 Konkordat zwischen dem bayerischen Herzog Wilhelm V. und Erzbischof Johann Jakob sowie dessen Suffraganbischöfen von Freising, Passau, Regensburg und Chiemsee ĂŒber die Rechte des Herzogs in Kirchenangelegenheiten.

 

1606 Das Salzburger Domkapitel erlĂ€sst das „Ewige Statut“, das Mitglieder regierender HĂ€user, also auch Wittelsbacher, von einer Wahl zum Erzbischof ausschließt.

 

1611 Im Salzstreit zwischen Bayern und Salzburg nimmt Herzog Maximilian von Bayern den flĂŒchtenden Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau gefangen, der dann auf der Festung Hohensalzburg bis zu seinem Tod 1617 inhaftiert bleibt.

 

1632 Der bayerische KurfĂŒrst Maximilian bringt im DreißigjĂ€hrigen Krieg seine Familie, seine SchĂ€tze und das Gnadenbild von Altötting nach Salzburg in Sicherheit.

 

1689 Johann Michael Rottmayr, 1654 in Laufen geboren, stellt die DeckengemÀlde im Carabinierisaal der Salzburger Residenz fertig.

 

1737 Leopold Mozart aus Augsburg inskribiert an der UniversitÀt Salzburg.

 

1775 Wolfgang Amadeus Mozarts Karnevalsoper „La finta giardiniera“ wird in MĂŒnchen uraufgefĂŒhrt, sechs Jahre spĂ€ter auch die Oper „Idomeneo“.

 

1781 Der Salinen-Hauptvertrag zwischen KurfĂŒrst Carl Theodor und dem letzten regierenden FĂŒrsterzbischof von Salzburg, Hieronymus Graf Colloredo regelt den Salzabbau.

 

1802 Bayern nimmt die Salzburger Stadt MĂŒhldorf in Besitz.

 

1805 Französische und bayerische Truppen besetzen Salzburg.

 

1809 Aufstand der Salzburger SchĂŒtzen gegen die bayerisch-französische Besetzung.

 

1810 Napoleon ĂŒbergibt das besetzte und finanziell ausgebeutete Salzburg an den mit ihm verbĂŒndeten bayerischen König Max I. Joseph.

 

1815 Otto, der spÀtere König von Griechenland, wird als zweiter Sohn von Kronprinz Ludwig in dessen Sommerresidenz Schloss Mirabell geboren.

 

1816 Bayern muss nach dem Wiener Kongress den Großteil Salzburgs an Österreich abtreten. Der „Rupertiwinkel“ bleibt bei Bayern.

 

1829 Die Salinenkonvention zwischen Bayern und Österreich regelt den Salzabbau und die Holzbezugsrechte. Bis heute besitzt der Freistaat Bayern 18.500 Hektar „Saalforste“ im Land Salzburg.

 

1842 Das vom MĂŒnchener Bildhauer Ludwig Schwanthaler geschaffene Mozart-Denkmal wird in Salzburg eingeweiht. König Ludwig I. von Bayern hat zur Finanzierung beigetragen.

 

1850 Caroline Auguste, die bayerische Prinzessin und Witwe des österreichischen Kaisers Franz I., wird Patronin des stÀdtischen Museums (Museum Carolino Augusteum, heute Salzburg Museum).

 

1860 Die Bahnverbindung Wien–Salzburg–MĂŒnchen wird eröffnet.

 

1918 Der bayerische König Ludwig III. entbindet seine Beamten und Soldaten im Schloss Anif bei Salzburg von ihrem Treueeid.

 

1920 Der MĂŒnchener Komponist und Dirigent Richard Strauss ist einer der MitbegrĂŒnder der Salzburger Festspiele.

 

1938 Spatenstich auf dem Walserberg fĂŒr die Autobahn MĂŒnchen-Salzburg-Wien.

 

1945 Salzburger Politiker sprechen sich fĂŒr den Anschluss von Berchtesgaden und dem Rupertiwinkel an Salzburg aus. Die Idee hat keine Chance auf Verwirklichung.

 

1958 Die Erneuerung der Salinenkonvention zwischen Bayern und Österreich tritt in Kraft.

 

1972 Bayern, Salzburg und mehrere andere LĂ€nder und Regionen starten die Zusammenarbeit in der „Arbeitsgemeinschaft AlpenlĂ€nder“ („Arge Alp“).

 

1988 Gemeinsame bayerisch-salzburgische Landesausstellung „Die Bajuwaren“ in Mattsee und Rosenheim.

 

1995 GrĂŒndung der EuRegio Salzburg · Berchtesgadener Land . Traunstein.

 

1998 Nach dem Beitritt Österreichs zur EuropĂ€ischen Union 1995 werden die Grenzkontrollen zwischen Salzburg und Bayern aufgehoben.

 

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