Irma von Troll-Borosty√°ni, Foto: Ferencz Kozmata, Budapest, 1873‚Äď82, Salzburg Museum
Irma von Troll-Borosty√°ni, Foto: Ferencz Kozmata, Budapest, 1873‚Äď82, Salzburg MuseumKlicken um Bild zu vergr√∂√üern
Irma von Troll-Borosty√°ni, 1903, Salzburg Museum
Irma von Troll-Borostyáni, 1903, Salzburg MuseumKlicken um Bild zu vergrößern

Ungehalten ‚Äď Irma von Troll-Borostyani (1847‚Äď1912). Vork√§mpferin der Frauenemanzipation

 

Die Salzburger Schriftstellerin Irma von Troll-Borosty√°ni ist ungehalten, in ihrem Leben wie in ihren literarischen und sozialpolitischen Texten. Sie ist vor allem ungehalten √ľber die Rolle der Frau und fordert die Gleichberechtigung der Geschlechter, die sie f√ľr die gr√∂√üte Herausforderung des 19. Jahrhunderts h√§lt, die aber auch im 21. Jahrhundert noch nicht an Aktualit√§t verloren hat.

Marie von Troll, die sich erst später Irma nannte, eignete sich in einer Zeit, in der Frauen der Zugang zu Gymnasien und Universitäten noch versperrt war, autodidaktisch unglaublich viel Wissen an. Schon als junges Mädchen ließ sie sich die Haare kurz schneiden und blieb eine auffallende Erscheinung. Sie trug Hemden mit Stehkragen und Masche, Sakkos, Hosen, rauchte Zigarren, war begeisterte Schwimmerin, Eisläuferin und Bergsteigerin. Mit ihrem ungarischen Ehemann Nándor Borostyáni wohnte sie nur einige Jahre zusammen, später lebte sie in einer Frauenwohngemeinschaft.

Irma von Troll-Borosty√°ni geh√∂rte zum radikalen Fl√ľgel der b√ľrgerlichen Frauenbewegung in √Ėsterreich. Schon fr√ľh setzte sie sich f√ľr das Recht auf Bildung und Berufst√§tigkeit ein, engagierte sich in der vieldiskutierten Prostitutionsdebatte und k√§mpfte f√ľr das Frauenwahlrecht. In ihrem Nachruf am 24. Februar 1912 bezeichnet die "Neue Freie Presse" diese ungehaltene Frauenrechtlerin zu Recht als erste Vork√§mpferin der Frauenemanzipation in √Ėsterreich.

Diese Ausstellung wurde im Kooperation mit dem Stadtarchiv Salzburg vorbereitet.

 

Salzburg Museum | Neue Residenz | Säulenhalle

26. Oktober 2012 bis 10. Februar 2013

  

Ausstellungskuratoren:

Dr. Gerhard Plasser (Salzburg Museum)
Dr. Christa G√ľrtler (Universit√§t Salzburg)
Dr. Sabine Veits-Falk (Stadtarchiv Salzburg)

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