Abschied von der Romantik
Der Maler Leo Reiffenstein (1856-1924)

Motiv aus dem Mirabellgarten (Raptusgruppe), Leo Reiffenstein, 1920, Ă–l auf Leinwand, Privatbesitz Wien
Raptusgruppe im Mirabellgarten, Leo Reiffenstein, Öl auf Leinwand, Privatbesitz Dorothea WeithoferKlicken um Bild zu vergrößern
Mondseer Bub, Leo Reiffenstein, undatiert, Ă–l auf Leinwand, Leo Reiffenstein
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Familie Reiffenstein: Vater Leo, Mutter Maria, geb. Zachariae, Sohn Manfred, 1895, Fotografie, Familienbesitz
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Leo Reiffenstein war ein Kind der GrĂĽnderzeit, die riesige Formate, schwĂĽlstige Themen und dĂĽsteren Prunk liebte. Mit „Das Gastmahl des Heliogabal“ (1894) malte er einen Schwanengesang auf diese Epoche. Als die Zeit der Historienmalerei vorbei war, gelang ihm der Wechsel in die lichte Welt der Landschaftsmalerei. Seine Malweise wurde lockerer und spontaner, seine Palette heller und transparenter. 

Dieser Wandel fiel zusammen mit seiner Ăśbersiedlung nach Salzburg, dessen poetische Verklärung von nun an das Hauptanliegen seiner Kunst war. Kaum ein anderer Maler hat die Schönheiten der Stadt so eifrig verherrlicht wie Reiffenstein. Auch dem Mozartkult hat er in etlichen Werken gehuldigt. 

In der Vorliebe fĂĽr träumerische Stimmungen und bĂĽhnenhafte Szenerien schlug immer wieder Reiffensteins romantische Ader durch. Mit seinem „Auferstehungsbild“ am Kommunalfriedhof (1913) legte er noch einmal ein Bekenntnis zur akademischen Tradition ab – zu einer Zeit, als die „Moderne“ auch in Salzburg schon vor den Toren stand. 
   

Biografie

27. Juli 1856: Geburt in Wien als Sohn eines aus ThĂĽringen eingewanderten Lithografen. Der Vater betreibt eine erfolgreiche Kunstdruckanstalt

1871–1878: Studium an der Wiener Akademie. Sein wichtigster Lehrer ist der Historienmaler August Eisenmenger. Anschließend Mitarbeiter in den Ateliers von Hans Makart und Heinrich Angeli

1880: Ausstellungsdebut im Wiener Künstlerhaus. Er verlegt sich anfangs auf geschichtliche Themen („Kaiser Maximilians Brautfahrt“, „Krönung Friedrichs II. in Palermo“)

1885: Kaiser Franz Joseph I. erwirbt sein Genrebild „Disputation“

Ab 1893: Lebt aus gesundheitlichen GrĂĽnden in der Sommervilla der Familie in Mondsee

1896: Lässt sich in Salzburg nieder. Atelier im Schloss Mirabell, was die Motivwahl stark beeinflusst. Er widmet sich fortan hauptsächlich der Landschaftsmalerei

5. Jänner 1924: Tod in Salzburg als angesehenes Mitglied der Salzburger Künstlerschaft

 

   
Salzburg Museum | Neue Residenz | Säulenhalle

Eröffnung: Donnerstag, 25. Juni 2015, 18.30 Uhr, Max-Gandolph-Bibliothek

26. Juni bis 27. September 2015

 

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