Porträt Kaiser Franz I. von Österreich, Johann Baptist Lampi d. Ä. (1751–1830), 1825, Wien Museum, Inv.Nr. 47.264.

Kaiser Franz II. (I.)

Herzog von Salzburg

* 12. Februar 1768 in Florenz, † 2. März 1835 in Wien

 

Franz Joseph Karl, der ältere Bruder des bisherigen Salzburger Kurfürsten Ferdinand, folgte seinem 1792 verstorbenen Vater Leopold als Kaiser Franz II. des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. 1804 musste Kaiser Franz II. die Erhebung Napoleons zum französischen Kaiser anerkennen und nahm daraufhin zusätzlich den Titel eines Kaisers von Österreich (als Franz I.) an. Die doppelte Kaiserwürde behielt er allerdings nur zwei Jahre, denn 1806 zerfiel das Heilige Römische Reich Deutscher Nation durch den Austritt der deutschen Fürsten des unter dem Protektorat Napoleons stehenden Rheinbundes. Franz II. legte die deutsche Kaiserkrone nieder und löste damit das Heilige Römische Reich Deutscher Nation 1806 endgültig auf. Er blieb als Franz I. Kaiser von Österreich.

Franz sah in Salzburg einen wichtigen strategischen Vorposten gegen Bayern. Daher verfügte seine Regierung die völlige Integration des Landes in das Habsburgerreich und die militärische Sicherung der Westgrenze. Wichtige Verwaltungsstellen in der Stadt wurden mit verlässlichen österreichischen Beamten besetzt. Anders als sein kurfürstlicher Vorgänger griff Kaiser Franz in die kirchliche Struktur Salzburgs ein. Er löste 1806 das Domkapitel auf, zog dessen Vermögen ein und installierte ein neues Domkapitel, jedoch ohne Rechtsbezug zum alten.

Hatte der Kaiser zu kurfürstlicher Zeit auf Bitten seines Bruders Ferdinand seine Bemühungen zur Aufhebung des Erzbistums Salzburg zurückgestellt, so rollte er die Frage nun neuerlich auf. Seine Berater warnten ihn allerdings, denn damit hätte der Papst die bisherigen Vorrechte des Salzburger Metropoliten beseitigen können. Dazu zählten der Rang eines Legatus natus, die Würde als Primas Germaniae und das Recht, Bischöfe in den damaligen Eigenbistümern Gurk, Chiemsee, Seckau und Lavant ernennen, weihen und versetzen zu können. Der Kaiser scheiterte an der Hartnäckigkeit des greisen Erzbischofs Colloredo, der seinen Rücktritt verweigerte und nur der Korrektur der Diözesangrenzen auf das österreichische Staatsgebiet zustimmte. Franz entschied sich 1807 schließlich, das Erzbistum Salzburg zu belassen, Colloredo erhielt jedoch mit Sigmund Christoph Graf von Zeil-Trauchburg einen Koadjutor, der im Jahr darauf auf sein Amt als Bischof von Chiemsee verzichtete.

Der Kaiser besuchte im Oktober 1807 Salzburg und hielt sich hier zwei Wochen auf. Dabei fand er Gefallen an den noch in Salzburg verbliebenen Kunstschätzen aus erzbischöflicher Zeit und verfügte die Fortsetzung ihres Abtransportes nach Wien.

 

 

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