Friedensvertrag von Lunéville, Französische Ratifikation, 1801, Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien (HHStA), AUR 1801 II 9.
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Friedensvertrag von Pressburg, Französische Ratifikation, 1805, HHStA, AUR 1805 XII 26.
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Friedensvertrag von Schönbrunn, Französische Ratifikation, 1809, HHStA, AUR 1809 X 14.
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Bedeutende europäische Verträge und Dokumente 1801 bis 1816

 

In der Ausstellung sind wertvolle Dokumente zu sehen, die nicht nur für das Thema der Ausstellung, sondern für die europäische Geschichte des frühen 19. Jahrhunderts von großer Bedeutung sind. Aus konservatorischen Gründen werden die lichtempfindlichen Objekte während der Ausstellungsdauer mehrfach gewechselt.

 

Friede von Lunéville 1801

Im Zweiten Koalitionskrieg (1799-1802) musste das Bündnis gegen Frankreich aus Österreich, England und Russland nach anfänglichen militärischen Erfolgen in den Schlachten von Marengo und Hohenlinden schwere Niederlagen hinnehmen. Auch Salzburg wurde Mitte Dezember zum Kriegsschauplatz, als die Franzosen die österreichische Armee unter Erzherzog Johann in der Schlacht am Walserfeld besiegten und danach Salzburg besetzten. Österreich war nun bereit, Frieden mit Frankreich zu schließen. Die Vertragsunterzeichnung erfolgte am 9. Februar 1801 in Lunéville (Lothringen). Darin anerkannte Kaiser Franz II. die Annexion der linksrheinischen Gebiete durch Frankreich. Gleichzeitig sah der Vertrag eine Entschädigung der Fürsten für ihre verlorenen Gebiete vor. Laut einem geheimen Zusatz war vereinbart, dass der Großherzog von Toskana mit Salzburg und Berchtesgaden entschädigt werden sollte. Noch fehlten aber die rechtlichen Voraussetzungen dafür. 1802 besetzte Bayern Mühldorf und beseitigte damit die salzburgische Enklave in seinem Territorium.
(11. Juni bis 11. Juli 2010)

 

Friede von Pressburg 1805

Im Dritten Koalitionskrieg (1805) war Österreich mit Russland, England und Schweden verbündet, während Frankreich Bayern und andere südwestdeutsche Fürsten auf seine Seite ziehen konnte. Wiederum wurde Salzburg im Oktober 1805 von französischen Truppen besetzt (bis Februar 1806). Napoleon nahm Wien ein und siegte am 2. Dezember in der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz (Tschechische Republik) entscheidend. Den Friedensvertrag von Pressburg unterzeichneten am 26. Dezember 1805 Johann I. Josef von Liechtenstein und Ignatz Graf von Gyulai für Österreich sowie Charles-Maurice de Talleyrand für Frankreich. Am nächsten Tag ratifizierte ihn Napoleon im Schloss Schönbrunn. Österreich verlor Tirol und Vorarlberg, Vorderösterreich (Streubesitz nahe dem Bodensee), Venetien, Istrien und Dalmatien, erhielt im Gegenzug lediglich Salzburg und Berchtesgaden zugesprochen. Bayern wurde (wie auch Württemberg) mit Wirkung vom 1. Jänner 1806 zum Königreich aufgewertet.
(11. Juni bis 11. Juli 2010)

 

Friede von Schönbrunn 1809

England half ab 1808 Spanien in seinem Unabhängigkeitskrieg gegen die französischen Besatzer und verbündete sich 1809 gleichzeitig mit Österreich, das in einem neuerlichen Krieg die Vorherrschaft Napoleons in Europa brechen wollte. Deshalb wurden auch die Volksaufstände in Tirol und Salzburg unterstützt, die von den französisch-bayerischen Truppen niedergeschlagen wurden. Salzburg musste innerhalb weniger Jahre zum dritten Mal die Lasten einer Besetzung durch fremde Truppen erdulden. Die napoleonische Armee rückte bis gegen Wien vor, verlor zuerst die Schlacht bei Aspern, besiegte dann aber die Österreicher in der Schlacht bei Wagram. Kaiser Franz I. war gezwungen, am 14. Oktober 1809 den Frieden von Schönbrunn zu schließen, in dem er u. a. zugunsten Frankreichs auf das adriatische Küstenland und das Herzogtum Salzburg verzichten musste. Frankreich behielt sich die Disposition mit dem nun unter französischer Verwaltung stehenden Herzogtum Salzburg vor.
(11. Juni bis 11. Juli 2010)

 

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Weitere Dokumente in der Ausstellung (mit Ausstellungsdauer):

Reichsdeputationshauptschluss 1803 (HHStA)

Am Reichstag zu Regensburg wurde im Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 festgelegt, dass die weltlichen Fürsten für ihre an Napoleon verlorenen Gebiete Ersatz durch die Säkularisation ("Verweltlichung") kirchlicher Territorien erhalten sollten. Auch Salzburg verlor dadurch seinen Status als geistliches Fürstentum und wurde Großherzog Ferdinand von Toskana zugesprochen.

12. Juli bis 31. Oktober 2010

 

Patent Kaiser Franz’ II. über die Annahme des Titels und Wappens eines erblichen Kaisers von Österreich 1804 (HHStA)

Am 18. Mai 1804 hatte sich Napoleon Bonaparte in Paris im Beisein von Papst Pius VII. zum Kaiser der Franzosen gekrönt. Franz II., der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, sah die Gefahr der Auflösung des Reiches und entschied sich deshalb für die Annahme eines erblichen österreichischen Kaisertitels als Franz I. Die römisch-deutsche Kaiserkrone legte er 1806 nieder.

12. Juli bis 31. Oktober 2010

 

Die Konstitution für das Königkreich Bayern 1808 (Bayerisches Hauptstaatsarchiv)

Die bayerische Verfassung von 1808 war stark von der Französischen Revolution beeinflusst und schuf die Landstände und alten Privilegien ab. Im zentralistisch organisierten Staat wurde die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz ebenso garantiert wie die Sicherheit der Person und des Eigentums sowie Gewissens- und Religionsfreiheit.

12. Juli bis 31. Oktober 2010

 

Pariser Vertrag zwischen Bayern und Frankreich 1810 (Bayerisches Hauptstaatsarchiv)

Die Franzosen hatten Salzburg 1809 besetzt und in der Folge wirtschaftlich ausgebeutet. Nach längeren Verhandlungen stimmte Napoleon am 28. Februar 1810 der Übergabe von Salzburg samt Berchtesgaden, dem Innviertel und von Teilen des Hausruckviertels an das mit ihm verbündete Bayern zu.

11. Juni bis 11. Juli 2010

 

Besitzergreifungspatent für Salzburg von König Max I. Joseph 1810 (Salzburger Landesarchiv)

Am 30. September 1810 wurde Salzburg formell vom bayerischen Hofkommissär Carl Graf von Preysing in Besitz genommen. Bei diesem Festakt wurde auch das am 19. September 1810 von König Max I. Joseph gemeinsam mit seinem Minister Graf Montgelas unterzeichnete Besitzergreifungspatent verlesen.

12. Juli bis 31. Oktober 2010

 

Vertrag von MĂĽnchen zwischen Bayern und Ă–sterreich 1816 (Bayerisches Hauptstaatsarchiv)

Die Einigung zwischen Bayern und Ă–sterreich ĂĽber die Zukunft Salzburgs wurde nicht am Wiener Kongress erzielt, sondern nach langwierigen Verhandlungen erst am 14. April 1816 mit dem Vertrag von MĂĽnchen. Bayern verzichtete auf den GroĂźteil Salzburgs sowie auf das Innviertel und seinen Anteil am Hausruckviertel im Austausch gegen die Pfalz. Bei Bayern verblieben Berchtesgaden und die Gebiete um Tittmoning, Waging, Laufen, Teisendorf und Staufeneck.

11. Juni bis 11. Juli 2010

 

Inbesitznahme von Territorien durch Kaiser Franz I. 1816 (Besitzergreifungspatent fĂĽr Salzurg) (HHStA)

Auf Grund des Vertrags von München konnte Kaiser Franz I. am 1. Mai 1816 die Besitzergreifung Salzburgs durch ein öffentliches Patent verkünden.

12. Juli bis 31. Oktober 2010

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