Die Ausstellung „Antike – Vorbild und Mythos“ beleuchtet exemplarisch die ikonografischen und mythologischen Referenzen in der Bildhauerei. Ludwig Kasper (1893–1945) lehnte sich bei seinen lebensgroßen Arbeiten eng an die griechische Skulptur der archaischen Epoche an und prägte damit auch den Begriff der „Modernen Klassik“ mit. Rudolf Hoflehner (1916–1995) griff die griechische Plastik und ihre mythologischen Themen in den 1960ern auf, eine Zeit in der sich die abstrakte Kunst etablierte. Siegfried Anzinger (*1953) vollzog eine Rückkehr zur Antike im Sinne der Postmoderne. Das freie Betrachten, Unsichtbares sichtbar machen und die Auseinandersetzung mit der Form unmittelbar vor ihre Auflösung. Die exemplarischen künstlerischen Positionen werden mit einer Auswahl von Kleinplastiken vom 17. bis zum 19. Jahrhundert aus der Sammlung des Salzburg Museum eingeleitet. Symbolik und Deutungskraft antiker Mythen und die formale Ästhetik des gestalterischen Kanons der antiken Skulptur strahlen bis heute eine Faszination aus und schaffen inhaltliche wie ästhetische Bezüge.
Die Sonderausstellung ist der Beitrag des Keltenmuseum Hallein zum heurigen Bildhauerschwerpunkt. Bereits zum vierten Mal wird damit im Sommer auf die lange zurückreichende Bildhauertradition in der Salinenstadt verwiesen. Von den Anfängen als Schnitzkurse für die Bergknappen, bis zur Gründung der ersten berufsbildenden Schule in der Österreich-Ungarischen Monarchie im Jahr 1870. Weiter Ausstellungen sind in der Alten Saline auf der Pernerinsel, im Kunstraum Pro Arte und im der Galerie Schloss Wiespach zu sehen.