Erst in jüngerer Zeit kommt die „lustbetonte“ Komponente wieder stärker zu ihrem Recht, bedienen sich die Künstler wieder „opulenter“ ästhetischer Konzepte: durch (Über)Betonung der sinnlichen Präsenz, durch unverholen unterhaltsame Methoden der visuellen Irritation. Sie kennen dabei weder eine Berührungsangst mit dem Trivialen noch gehen sie dem lange Zeit verpönten Ornament aus dem Weg und haben eine Vorliebe für „schräge“ Materialkombinationen.
Die ausgestellten Objekte sind Kunstankäufe des Landes Salzburg aus jüngster Zeit.
Mit ihrem Anspruch, Wesentliches sichtbar zu machen, hat sich die Kunst in erster Linie Verfahrensweisen der Reduktion und Formenstrenge verschrieben – schon weil sie ein sichtbarer Ausdruck der Selbstdiszplinierung sind. Das Sinnliche, Spielerische oder gar Schmuckfreudige wird hingegen allzu schnell einer lediglich kulinarischen Wirkung verdächtigt. Diese Position der „Opulenz“ im Gegensatz zur „Askese“ wurde wohl am provokantesten von Hans Makart verkörpert. Konstruktivismus, Minimalismus, Konzeptualismus waren folgenreiche Gegenreaktionen auf das als überladen und schwülstig geltende späte 19. Jahrhundert.