Weihnachtskrippen aus Stadt und Land Salzburg
29.11.2013 bis 12.1.2014
Panorama Museum
Über die Ausstellung
Die Ausstellung präsentiert vorwiegend Krippen aus der Sammlung des Salzburg Museum. Interessante Neuzugänge und mehrere Leihgaben aus Privatbesitz ergänzen die Schau, die heuer besonderen Bezug auf die Einbindung der Krippe in die Landschaft nimmt. Die Auswahl an Exponaten bietet dem Betrachter die Möglichkeit, die Entwicklung der Krippenlandschaft von der Zeit um 1700 bis in das Jahr 2013 zu verfolgen.
In frühen Krippenwerken dominiert die Figur die Szenerie. Der Darstellung von Raum, von Landschaft wird kaum Aufmerksamkeit gewidmet. Erst im Laufe des 18. Jahrhunderts beginnen sich Berge aus Felsen, Wurzelwerk und Moos in den Krippenkästen aufzutürmen. Oft wird diese Landschaft dann zu einem architektonischen Aufbau abstrahiert und zeigt Stufen, Etagen und Balustraden. Ab dem 19. Jahrhundert entstehen die großen Schaukrippen, in denen die orientalische Landschaft dominiert, bevor sie von heimischen Motiven immer mehr verdrängt wird.
So wechseln sich in den heimischen Krippen mächtige Salzburger Gebirgspanoramen mit städtischen Häuserzeilen, dem Mönchsberg als einem der auffallendsten Stadtberge Salzburgs oder den Arkaden des Petersfriedhofs in den dargestellten Szenerien ab.
Über den jeweilig herrschenden Zeitgeist hinaus liegt es stets im Streben jedes Krippenbauers und -künstlers, das Geschehen der Geburt Jesu in einen Lebensraum zu transferieren, der ihm nahe liegt. Verlegte Franz de Paula Hitzl das Geschehen in eine orientalische Fantasielandschaft, so spielte sich dieses bei Alexander Schläffer oder Hanns Rabitsch in der Gebirgswelt des Pinzgaus und Pongaus ab. Die Ordensbrüder Pius Hochreiter und Philipp Bock verewigten ihre unmittelbare Umgebung – die Arkaden des Petersfriedhofs bzw. das Kapuzinerkloster – als Krippenberg.
Die Künstlerkrippe hingegen negiert gerne den Hintergrund. Sie sucht ihren Ausdruck nicht in einer bunten, gefälligen Schaukrippe, sondern in den Figuren selbst. Eingebunden in Symbole des Glaubens sind sie bei Vinzenz Schreiner. Natur in der allgemeinsten Art ist ihr Hintergrund bei anderen Künstlern: biedermeierlich umgesetzt bei Ursula Schweiger, ins Märchenhaft-Fantastische verfremdet bei Alice Cermak. Bei Luise Spannring erinnert der Berg mit einer Burg darauf an die Festung Hohensalzburg, ohne realistisch wiedergegeben zu sein. Und Gertrude Weinberger abstrahiert die Landschaft zu einem Lichttempel in duftiger Architektur.