Tobi Reiser gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten in der Geschichte der Volksmusik Österreichs im 20. Jahrhundert. In der aktuellen Diskussion zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit Österreichs hat sein Wirken neue Brisanz erhalten. Grund ist seine volkskulturelle Tätigkeit, die er im Sinne des Regimes betrieben hat.
Er stammte aus St. Johann/Pongau und war gelernter Metzger. Im elterlichen Gasthaus hatte er von früher Kindheit an Kontakte mit Volksmusikanten. Er lernte Violine und Gitarre und musizierte mit dem legendären Schorsch Windhofer. Gemeinsam mit dem Instrumentenbauer Heinrich Bandzauner entwickelte er das erste „Salzburger Hackbrett“. Er gründete das Tobi-Reiser-Quintett, die Flachgauer Musikanten und die Geigenmusi, 1941 die Genossenschaft Salzburger Heimatwerk und 1946 das Salzburger Adventsingen. Seine Kompositionen und Bearbeitungen von Volksweisen sind längst zum Spielgut in der heutigen traditionellen Volksmusik geworden. Zum Mozart-Jahr 2006 wurde ihm in Gedenken an seine Interpretationen von Musik von Wolfgang Amadeus Mozart auf Volksmusikinstrumenten diese Rauminstallation gewidmet.