Kosmoramen von Hubert Sattler
26.10.2005 bis 21.10.2007
Panorama Museum
Über die Ausstellung
Hubert Sattler (1917-1904) war fast unentwegt auf Reisen. Denn im Gegensatz zu den Veduten aus früheren Zeiten, die es mit der topografischen Richtigkeit nicht allzu genau nahmen, legte man im Zeitalter des Positivismus gesteigerten Wert auf die exakte Darstellungstreue. Das heißt, Sattler malte kaum ein Bild, ohne sich vorher nicht an Ort und Stelle genauestens umgesehen zu haben. Während ihn seine Ausstellungstätigkeit bis in die Vereinigten Staaten führte, besuchte er zu Studienzwecken neben den meisten europäischen Ländern auch den Orient, Mittelamerika und Westindien, er kam auf diese Weise vom Nordkap bis in die Sahara, von Havanna bis Konstantinopel.
Wenn sich Sattler bei der malerischen Umsetzung dann doch gewisse Freiheiten nahm, so folgte er damit seinem künstlerischen Spürsinn für eine möglichst verführerische Inszenierung seiner Bildmotive. Der Wunsch, den Betrachter in ein Zauberreich der schillerndsten Fernträume zu entführen, triumphierte über das sachlich registrierende Kamera-Auge. Er wird vor allem durch die Fülle des Raumes, den unglaublich gedehnten Ausschnitt, der wirklich etwas von der Weite des Kosmos suggeriert, gefesselt. Das perspektivische Raffinement und die bei höchster Detailgenauigkeit und Glätte doch sehr duftige Malweise erzeugen förmlich einen Sog. Der Himmel mit seinen unterschiedlichen Licht- und Wolkenstimmungen, dem Sattler stets ein überproportionales Augenmerk schenkt, erhöhen in uns die Bereitschaft, in eine märchenhafte Ferne zu schweifen. Deshalb vermögen seine Kosmoramen etwas von der Magie des Exotischen wiederzubeleben, die uns durch allzu reichlichen Genuss fast schon abhanden gekommen ist.
Sattlers exakte Methode der Darstellung hebt sie außerdem in den Rang von unschätzbaren Dokumenten, denn ein in der Bauweise noch kleinstädtisch anmutendes New York oder das kolonialistisch geprägte Havana lassen an sich schon aufmerken.