Als Ergebnis eines mehrjährigen Forschungsprojekts lieferte die Ausstellung „Bilderwende. Zeitenwende“ umfangreiche Einblicke in die Geschichte der frühen Fotografie in Salzburg. Zeitlich spannt die Ausstellung einen Bogen von den Anfängen des neuen Mediums in den 1840er Jahren bis zu seiner breiten Durchdringung von Gesellschaft, Kultur und Alltag in den 1870er-Jahren. Damit umschließt das Gesamtprojekt auch einen für die Geschichte Salzburgs hochbedeutsamen Zeitraum der Neudefinition der fürsterzbischöflichen Residenzstadt als urbanen Raum bürgerlicher Kultur.
Die frühe Fotografie begleitete diesen Wandel und war gleichzeitig sein symptomatischer Ausdruck: Vor der Kamera wird die Zeitenwende in der Geschichte Salzburgs durch Fotografien von Menschen, Bauten, Stadt- und Naturlandschaften sichtbar; hinter der Kamera wird die Bilderwende durch Fotograf*innen in Stadt und Land Salzburg getragen und mit immer neuen technischen Möglichkeiten vorangetrieben. Im Sinne ihres programmatischen Titels widmete sich die Ausstellung beiden Aspekten – vor und hinter der Kamera – und kann somit viele neue Erkenntnisse zu fotografischen Bildern und ihren Urheber*innen präsentieren. Das Konzept referenzierte auf die Erfindung eines Mediums aus Salzburger Sicht und zeigte mit frühesten Bilddokumenten, wie dieses auch in Salzburg Bildmotive, Blickweisen und Darstellungen revolutioniert hat. Die Fotografie etablierte sich als Medium des Bürgertums, das Repräsentationsweise und Schaulust auf neue Art bedient.
50 Jahre nach der ersten Bearbeitung der „Geschichte der Fotografie in Österreich“ stellte das Projekt „Bilderwende. Zeitenwende“ mit dem Fokus auf Salzburg eine substanzielle Neuvermessung der frühen Fotografie in Österreich dar. Umfassende Recherchen zu Bildern, Motiven, Techniken, Ateliers und Biografien lieferten neue Erkenntnisse zu den Anfängen, Kontexten, Leistungen und Protagonist*innen des Mediums, das mit seiner Erfindung 1839 eine Bilderwende einläutete und nicht nur in Salzburg eine Zeitenwende sichtbar machte.