Im Salzburg Museum wird in der Sammlung „Skulptur und Plastik“ ein Schrein verwahrt, den man unter der Klassifizierung „Möbel“ auch in der kunstgewerblichen Sammlung vermuten könnte. Der „Reliquienschrein“ aus der Bürgerspitalskirche in Salzburg – zuweilen auch als „Heiliges Grab“ tituliert – ist aufgrund seiner höchst qualitativen, aufwendigen und kostbaren Ausformungen, den reichen vergoldeten Schnitzereien und den figürlichen Reliefs eines der bedeutendsten spätgotischen Möbel in Salzburg.
Jüngsten Forschungen und Vergleichen zufolge weisen eine Reihe von Truhen und Schränken, die aus dem Salzburger Lungau stammen, ähnliche Ornamentik auf: Um etwa 1455 entstand im Lungau eine Werkstatt, die für diese Zeit herausragend verzierte Möbelstücke, Truhen, Schränke und Kirchenausstattung hervorbrachte.
Die Ausstellung im Bergbau- und Gotikmuseum Leogang wird rund um den Schrein eine Reihe bedeutender spätgotischer Möbel aus musealem und privatem Besitz präsentieren, die die hohe Qualität der Salzburger Stücke dokumentiert und auf die Herkunft der Stücke aus dem Lungau verweist.